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Das Graves Modell

 

 

Das Graves-Modell

Clare W. Graves war ein Amerikanischer Psychologieprofessor am Union College in New York. Er lebte von 1914 - 1986 und entwickelte seine Theorie des Graves-Modells in den 50-er Jahren. Diese Theorie ist eine dynamische und veränderungsoffene Weiterentwicklung der vielzitierten Theorie der Bedürfnispyramide von Abraham Maslow. Ausgangspunkt seiner Forschung war die Frage seiner Studenten am Ende eines Semesters: "Nun haben Sie uns die Theorien von Maslow, Rogers, Skinner und vielen anderen beigebracht. Welche dieser Theorien ist denn nun die Richtige? Welche beschreibt die Entwicklung der menschlichen Natur am besten?" Eine ganz besondere Schlüsselfrage war: "Weshalb verstehen Menschen unter dem nach der Theorie der Maslowschen Bedürfnispyramide höchsten menschlichen Entwicklungsziel der "Selbstverwirklichung" so völlig unterschiedliche Dinge?" 

Da er keine Antwort darauf wusste, fing er an, 30 Jahre lang danach zu forschen, weshalb Menschen unterschiedlich sind und weshalb manche sich verändern und andere nicht. Dabei war die Erforschung von Wertesets unterschiedlicher Kulturen und die Integration der Entwicklungsgeschichte der Menschheit wegweisend für seine Theorie. Aus dieser Forschung entstand seine neue Theorie des Graves-Modells, "des sich entfaltenden, zyklischen Doppel-Helix-Modells der erwachsenen biopsychosozialen Systementwicklung", die er folgendermaßen zusammenfasste:

"Kurz zusammengefasst behaupte ich, dass die Psychologie reifer Menschen ein sich entfaltender, aus vorhergehenden Stadien hervorgehender, oszillierender, spiralförmiger Prozess ist, gekennzeichnet durch die Unterordnung älterer Verhaltenssysteme mit geringerem Rang, der zu neueren darüber liegenden höheren Systemen fortschreitet, wenn sich die existentiellen Probleme der Menschheit verändern.

Die menschliche Entwicklung ist weder statisch noch beendet. Sie verändert sich mit der Veränderung der menschlichen Existenzbedingungen und bringt dadurch neue Systeme hervor. Gleichzeitig bleiben die alten Systeme Teil von uns.

Wenn ein neues System oder eine neue Stufe sich entfaltet, dann verändern wir auch unsere Psychologie und unsere Lebensgewohnheiten um uns diesen neuen Bedingungen anzupassen.

Wir leben in einem potentiell offenen Wertesystem mit einer unendlichen Anzahl von Lebensformen. Es gibt kein Endstadium, bei dem alle ankommen müssen.

Ein Individuum, eine Firma, oder eine ganze Gesellschaft, kann nur auf die Managementprinzipien, Motivationsanreize, Erziehungsgrundsätze und legale oder ethische Vorstellungen positiv reagieren, die der aktuellen Stufe dieser menschlichen Existenz entsprechen."

Weiterführende Literatur:

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